Wie zukunftsfähig wird Petersberg und das Waidesgrundfreibad? Zwei Entscheidungen im Blick

Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 23.9.2026 unter anderem über die zukünftige Wärmeversorgung des Freibads Waidesgrund entschieden. Beschlossen wurde nach Vorlage einer Wirtschaftlichkeitsberechnung mehrerer Varianten, eine Erneuerung der Gasheizung und die Installation einer PV-Anlage.

Wir als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen halten die vorgelegte Entscheidungsgrundlage der Wirtschaftlichkeitsrechnung jedoch für kritisch. Die dazu erstellte Untersuchung bezeichnet sich selbst als überschlägige Vorbetrachtung und weist darauf hin, dass unter anderem Preissteigerungen, Fördermittel, Finanzierungskosten und Ersatzinvestitionen nicht berücksichtigt wurden. Aus unserer Sicht reicht diese Grundlage deshalb nicht aus, um die langfristigen Auswirkungen der verschiedenen Heizungsvarianten zuverlässig zu bewerten.

Die in der Sitzung des Umwelt, Klima- und Landwirtschaftsausschusses, der am 21.9.2026 zusammen mit dem Bauausschuss stattfand, durch einen Mitarbeiter des Ingenieurbüros Meyer+Müller vorgestellte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung war eine wichtige Grundlage für die spätere Entscheidung. Aus Sicht unserer Fraktion beantwortet sie jedoch nicht ausreichend, wie sich veränderte Gas- und Strompreise über die Nutzungsdauer der Anlage auf den Vergleich auswirken würden. Insbesondere die im statischen Ansatz errechnete Amortisationszeit der Wärmepumpe halten wir deshalb nicht für eine hinreichende Grundlage, um diese Option langfristig zu bewerten. Wir hätten uns eine Betrachtung unterschiedlicher Preisentwicklungen gewünscht, bevor die Gemeindevertretung die Weichen für die künftige Beheizung des Freibads stellt.

Für die Berechnung wurde ein Gaspreis von 9 Cent und ein Strompreis von 22 Cent je Kilowattstunde angesetzt. Eine Entwicklung dieser Preise über die Nutzungsdauer wurde jedoch nicht berücksichtigt. Gerade bei einer Investition, die über viele Jahre wirken soll, halten wir es für notwendig, unterschiedliche Preisentwicklungen zu betrachten. Andernfalls bleibt offen, wie robust die errechnete Amortisationszeit gegenüber veränderten Rahmenbedingungen tatsächlich ist. Die vorgelegte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung liefert daher eine erste Orientierung, stellt aus unserer Sicht aber noch keine ausreichende Grundlage für eine langfristige Investitionsentscheidung dar.

Die Beschlussvorlage der Verwaltung sah vor, dass mit der Variante 2, die Beibehaltung der bestehenden Solarabsorberfläche, die Erneuerung des Gaskessels sowie eine Ergänzung durch eine Photovoltaikanlage durchgeführt werden. Dieser Antrag fand eine große Mehrheit in der Gemeindevertretung.

Ein Gegenantrag der Fraktion der CWE zielte darauf, die Wärmepumpe als Grundlage der künftigen Wärmeversorgung festzulegen und ergänzende regenerative Komponenten wie Photovoltaik, Solarthermie oder Batteriespeicher in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung nach VDI 2067 zu untersuchen. Damit sollte aus unserer Sicht eine belastbare Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Leider wurde der Antrag abgelehnt.

Wir verstehen, dass bei der Sanierung des Freibads auch die Investitionskosten eine wichtige Rolle spielen. Gerade deshalb hätten wir uns gewünscht, vor der Entscheidung genauer zu prüfen, wie sich unterschiedliche Gas- und Strompreise, mögliche Fördermittel und spätere Ersatzinvestitionen auf die Gesamtkosten auswirken. Die vorgelegte Untersuchung bezeichnet sich selbst als überschlägige Vorbetrachtung und lässt diese Fragen offen.

Aus unserer Sicht wurde damit zu kurzfristig entschieden. Wir hätten eine Wärmeversorgung mit Wärmepumpe bevorzugt – und vor allem eine vertiefte Prüfung, wie sie mit erneuerbaren Energien kombiniert werden kann. Denn das sanierte Freibad soll nicht nur in den nächsten Jahren funktionieren, sondern langfristig zu einem nachhaltigen und lebenswerten Petersberg und zu den Zielen und Maßnahmen unseres Klimaschutzplans passen.

In derselben Gemeindevertretersitzung haben wir einen Antrag eingereicht, den Parkplatz am Waidesgrund mit einer aufgeständerten Photovoltaikanlage zu überdachen. Unser Gedanke dahinter: Eine bereits genutzte Fläche könnte zusätzlich Strom erzeugen, ohne neue Freiflächen in Anspruch zu nehmen. Der Strom sollte bei der Planung von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge mitgedacht werden und perspektivisch auch im Freibad genutzt werden können. Für Badegäste könnte die Überdachung im Sommer zudem Schatten für ihre Fahrzeuge bieten. Als mögliches Finanzierungsmodell haben wir unter anderem eine regionale Bürgerenergiegenossenschaft ins Gespräch gebracht.

In der Gemeindevertretung gab es dazu Einwände: Unter anderem wurde gefragt, wie der erzeugte Strom genutzt werden soll und ob der Parkplatz weiterhin als Festplatz dienen könnte. Der Antrag fand keine Mehrheit. Wir bedauern die Ablehnung, denn aus unserer Sicht hätte der Vorschlag eine Prüfung verdient – gerade im Zusammenhang mit der langfristigen Energieversorgung des Freibads und der Gemeinde.

Wir als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen werden aber weiterhin voller Engagement, neue grüne Anträge und innovative Ideen in die Ausschüsse und die Gemeindevertretung bringen, denn Petersberg hat eine nachhaltige und grüne Zukunft verdient.